Mit Abstand die beste Präses

Kreissprecherin Julia hat sich mit Präses Kühn unterhalten

Einen Beruf, der mir Freude macht und in dem ich weniger arbeiten muss, als sie es damals mussten. Dabei habe ich nie das Gefühl gehabt, dass sie mich in eine bestimmte Richtung drängen wollten, auch wenn sie sicher froh gewesen wären, wenn ich die Apotheke übernommen hätte.
Wichtig war ihnen, dass wir die Ausbildung zügig absolvierten, weil das bei drei Kindern ordentlich ins Geld ging.

Freistunde – nein, im Ernst, es gab wenig Fächer, die ich gar nicht mochte. Und wenn, dann lag es am Lehrer. Ich bin immer eher der „Universaltyp“ gewesen, ohne eine ganz spezielle Schwerpunkt-Begabung. Das hat mich damals oft zur Verzweiflung gebracht, weil ich nicht wusste, wo meine ganz besonderen Neigungen liegen. Heute sehe ich das eher als großen Vorteil.

Es gibt so viele spannenden Menschen, berühmt oder auch nicht und ich durfte in meiner Amtszeit einige davon treffen.
Momentan würde ich mich gern mal mit Kamala Harris, der künftigen US-Vizepräsidentin unterhalten. Das wäre sicher hochinteressant. Am besten wäre, wenn wir sie zu unserem FiFiN-Kongress einladen könnten…

Die Freude an dem, was ich tue, ist meine Motivation. Es gibt noch so viele interessante Dinge die ich ausprobieren möchte und ich habe noch so viele Ideen, das ist mein Antrieb. Aber auch ich habe Phasen, da ist einfach die Luft raus oder es gibt Aufgaben, zu denen ich einfach keine Lust habe. Dann setze ich mir selbst eine kleine Belohnung aus. Und wenn das nicht hilft, dann hilft mir immer der Spruch: Wer keinen Spaß hat, der macht sich welchen!

Eigentlich lese ich sehr gern, und dann ohne Limit, bis ich das Buch durch habe. Deshalb geht das nur im Urlaub. Aktuell lese ich kein Buch, außer dann, wenn mein Sohn etwas für die Schule lesen muss. Das lesen wir dann gemeinsam. Leider muss ich den ganzen Tag über so viel lesen, dass ich abends froh bin, wenn ich die Brille absetzen kann.

Das wird Sie enttäuschen, aber ich habe keinen, weil ich nicht gern Filme sehe.

Oha, da müsste man definieren, was Sie unter „arbeiten“ verstehen. Da wir wohnen und arbeiten, Firma und Familie auf einem Grundstück haben, vermischt sich das miteinander. Während der Arbeitszeit mache ich Hausaufgaben mit meinem Sohn, und während ich koche, bearbeite ich Mails. Was die Frage evtl. etwas konkreter beantwortet: Ich stehe wochentags um 6:00 auf und versuche, gegen 24:00 fertig zu sein. Am Wochenende genieße ich es, wenn ich erst um 8:00 hoch muss, und Sonntag ab 15:00 ist Familienzeit ohne Mails.
Wieviel Zeit ich für die IHK aufwende, hängt sehr von den Projekten und Themen ab und natürlich von den externen Terminen. In einer ruhigen Woche sind es etwa 10 Std., in Sitzungswochen mit auswärtigen Terminen sind es 30 und mehr. Aber das sehe ich nicht als Arbeit, sondern eher als „intensive Freizeitgestaltung“ mit hohem Spaßfaktor.

Wenn man rein nach der Satzung geht, dann wird man vorgeschlagen und von der Vollversammlung gewählt.
Aber das ist wahrscheinlich nicht der eigentliche Sinn der Frage…
Man sollte schon einige Jahre Erfahrung in der Vollversammlung und möglichst auch im Präsidium mitbringen. Denn die Themen der Politikberatung in einer IHK sind sehr breit gefächert: Aus- und Weiterbildung, Infrastruktur, Wirtschaftspolitik, Recht, Steuern, etc. halt alles, was einem irgendwie in einem Unternehmerleben begegnen kann oder das Unternehmertum betrifft.
Dann hilft es sicher auch, wenn man die VV-Mitglieder gut kennt, wenn man ihr Vertrauen hat und wenn man Freude am Kontakt mit Menschen mitbringt. Da unterscheidet sich die IHK nicht groß von anderen ehrenamtlich geführten Organisationen.

Oh, da gibt es so viele. Besonders schön sind immer Ehrungen von Landesbesten oder von engagierten Ehrenamtlern. Aber auch die Treffen mit Politikern und anderen Unternehmern sind spannend.
Was ich besonders schön finde, wenn Projekte, Themen oder Ideen umgesetzt werden, an denen man maßgeblich beteiligt war und wenn die dann selbständig laufen und gut angenommen werden, zum Beispiel unser Kongress „Frauen in Führung“.

Dann freue ich mich auf hoffentlich mehr Zeit für meine Familie, die für mich in den vergangenen neun Jahren auf vieles verzichtet hat. Und vielleicht bleibt auch etwas Zeit für mich übrig, um mal wieder einem Hobby nachgehen zu können.
Wie es weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Ich befürchte aber, dass kein Vakuum entstehen wird, denn ich haben wie gesagt noch jede Menge Ideen und Interessen. Und da ich inzwischen auch viele spannende und einflussreiche Menschen kennen gelernt habe, könnte es sein, dass ich das in ein anderes Ehrenamt einbringen werde. Lassen wir uns überraschen.

Natürlich kenne ich schlaflose Nächte – mehr als genug! Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich unter chronischem Schlafdefizit gelitten. Auch heute noch gibt es Phasen, in denen einem Dinge über den Kopf wachsen oder etwas so schlecht läuft, dass man nicht schlafen kann. Aber es ist deutlich seltener, als früher. Man bekommt halt mehr Routine in vielen Dingen und hat mehr Lebenserfahrung.
Meine Rezepte waren dann immer: Aufstehen und arbeiten, dann bekommt man den Kopf frei und bewegt etwas. Dann hilft mir auch Meditation und Entspannung. Wichtig für mich waren der richtige Partner und der Rückhalt in der Familie, denn geteiltes Leid ist halbes Leid.
Und wenn alles nicht hilft, aushalten und daran reifen. Denn das Leben in der Selbstständigkeit ist nun mal kein Streichelzoo.

Sie tun schon eine ganze Menge, wenn ich auf die Jahresprogramme schaue. Was ich aber immer als bereichernd empfinde, sind junge Menschen, die Ideen haben, ausprobieren, rumspinnen und uns „Alte“ motivieren, weiterzumachen. Neues wagen und Werte wahren, das ist denke ich der Weg in die Zukunft. Und daran können und sollten Sie aktiv mitgestalten, zum Beispiel als Mitglied in der Vollversammlung unserer IHK.

Die WJ sind eine tolle Sache, ein Netzwerk, das international trägt und national eine große Bereicherung für die Wirtschaft ist. Ich hätte mir gewünscht, dass ich bei meinem Start vor fast 35 Jahren schon davon gewusst hätte.

Wenn ich an den Kreis Segeberg denke, gibt es viele Dinge, die ich damit verbinde. Nur ein paar Schlagworte wie Winnetou, Noctalis, Bernd Jorkisch, Möbel Kraft, Trappenkamp und Kalkberg-Kaffee und viele eindrucksvolle Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Firmen.

Wenn ich an die WJ-Segeberg denke, dann habe ich sofort das Familientreffen 2019 vor Augen. Das war wirklich etwas ganz Besonderes und ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, dieses Jahr mit meiner Familie dabei zu sein. Hoffentlich klappt es 2021.

Wenn man mal absieht von den gängigen Jahreswünschen wie Gesundheit, Erfolg, etc. dann würde ich mir wünschen, dass wir aus der Coronakrise lernen und gestärkt daraus hervorgehen. Es war doch beeindruckend, wie viele Entscheidungen plötzlich ohne großen Bürokratieaufwand möglich waren – daran sollten wir Politik und Verwaltung auch zukünftig messen.

Was ich sehr vermisst habe, waren die persönlichen Treffen mit den Menschen im Kammerbezirk, in Schleswig-Holstein und auf nationaler Ebene. Da wünsche ich mir natürlich, dass wir möglichst bald wieder größere Veranstaltungen ohne „Maskerade“ durchführen können.

Und dann haben wir Ende des Jahres Vollversammlungswahlen. Es wäre schön, wenn wir auch wieder junge Menschen für dieses Ehrenamt gewinnen könnten. Außerdem würde ich mir wünschen, dass noch mehr Frauen kandidieren! Die werden wir auf dem 3. FiFiN-Kongress im Juni 2021 hoffentlich dafür motivieren können. Hier können uns die WJ aktiv unterstützen!